Das Erntedankfest am 7. Oktober

Das heutige Erntedankfest hat eine lange Tradition – nicht nur in Europa. Dazu gehören auch Bräuche, wie das Schmücken der Kirche oder die Erntekrone. Neben den Erntedankfesten in den Gemeinden findet im Hessenpark ein großes Erntefest mit zahlreichen Aktionen für Groß und Klein statt.

Das Erntedankfest ist schon seit dem 3. Jahrhundert christliche Tradition und wurde schon von den Römern gefeiert. Lange gab es keinen festen Termin für das Erntedankfest, weil das Ende der Ernte, je nach Wetter und Region, jedes Jahr stark variiert. Dabei reichte die Spanne der möglichen Termine von Ende August bis Anfang November. Nach einem Beschluss des preußischen Königs im 18. Jahrhundert hat sich nach und nach der Michaelistag, auch in der katholischen Kirche, als Termin für Erntedank eingebürgert. Heutzutage wird meistens am ersten Oktobersonntag gefeiert, was dem Sonntag nach dem Michaelistag entspricht. Dieses Jahr ist der 7. Oktober der erste Sonntag im Oktober und damit Termin für das Erntedankfest.

Bräuche an Erntedank

So weit verbreitet das Erntedankfest ist, so viele Bräuche gibt es – von der mit Ernteprodukten geschmückten Kirche bis zur Prozession. Während das Herrichten der Kirche fast überall üblich ist, ist die Prozession vor allem im Süden Deutschlands und in Österreich und der Schweiz verbreitet. Der vor fünfzig Jahren noch selbstverständliche Brauch eine Erntedankkrone aus Stroh zu machen, ist mit der Zeit verloren gegangen und wird nur noch in wenigen Dörfern praktiziert. Dabei ist die Erntekrone sehr symbolträchtig. Die runde Basis steht Beispielsweise für den Kreislauf der Natur.

Erntedank Interkulturell

Auf die Idee, für die Ernte zu danken, sind nicht nur Europäer gekommen. In Amerika wird zum Beispiel am vierten November-Donnerstag  Thanksgiving gefeiert. Die Familie kommt an diesem staatlichen Feiertag zusammen und isst traditionell Truthahn. Der Ursprung von Thanksgiving ist nicht geklärt. Angeblich sollen die ersten Siedler Amerikas mit den Einheimischen das Fest zum ersten Mal gefeiert haben. Heutzutage ist es eines der wichtigsten Feste des Jahres für Amerikaner. Dagegen wird in den tropischen Teilen Afrikas das „Yams Fest“ gefeiert. Das Fest wird direkt nach Ende der Regenzeit und kurz vor der Ernte der Yams Wurzel gefeiert. Man bittet mit dem Fest um eine gute Ernte. Dabei werden die alten Bestände der Yams Wurzel verspeist, um Platz für die neue Ernte zu schaffen.

Erntefest im Hessenpark

Ein besonders großes Erntefest wird jedoch ganz in der Nähe gefeiert – im Hessenpark in Neu-Anspach. Das seit den Anfängen des Hessenparks 1974 gefeierte Erntefest hat viele Attraktionen für Groß und Klein. Das Getreide, das dieses Jahr geerntet wurde, wird am Wochenende mit Dreschflegel und einer sogenannten „Lokomobile“ gedroschen. Eine Lokomobile ist eine Dampfmaschine auf Rädern, die aber nicht, wie eine Dampflok fährt, sondern ihre Kraft in eine Dreschanlage, die Getreide in Stroh und Körner aufteilt, steckt.  Landwirt im Hessenpark und Mitorganisator des Festes Volker Weber sagt: „Wenn so eine große Dampfmaschine anfängt zu schnaufen, da werden die Kinderaugen größer“  –  wahrscheinlich nicht nur die Kinderaugen. Außerdem gibt es auf dem Marktplatz einen Herbstmarkt. Kinder können Äpfel von Hand zu Apfelsaft pressen, sowie Rüben und Kürbisse schnitzen, die man dann mit einer Kerze im Inneren zum Leuchten bringen kann. Auch kulinarisch wird es ein Highlight geben – Kartoffeln aus der Dämpfkolonne mit wahlweise Schafsragout, Sattelschweinwurst oder vegetarischem Dipp. Das Fleisch für das Ragout und die Wurst kommt dabei von Tieren aus dem Hessenpark. Zu einem Erntefest gehört selbstverständlich auch ein Gottesdienst. Samstag und Sonntag findet jeweils um 16 Uhr eine Andacht, die in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche im Hochtaunus  stattfindet,  in der „Kirche Ederbringhausen“ des Hessenparks statt.
Der Eintritt in den Hessenpark kostet 18 € im Famielienpreis. Kinder ab 6 Jahren bezahlen 1€ Eintritt. Erwachsene 9€.

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